Der deutsch-argentinische Liedermacher Pablo Miró ist von den Bühnen der Friedens- und Solidaritätsbewegung nicht wegzudenken. Er ist glühender Antiimperialist, steht an der Seite Palästinas und Kubas. Im Mai organisierte er gemeinsam mit Jutta Kausch von der Friedenskoordination Berlin ein Solidaritätskonzert für Kuba. Im UZ-Interview sagte er: „Kuba wäre sicherlich einer der glücklichsten Staaten der Welt, wäre es all diese Jahrzehnte frei von diesen erstickenden Sanktionen gewesen. Der Kapitalismus lässt glückliche Alternativen nicht zu. Historisch gesehen ist Kuba die Alternative weltweit, die am längsten und schwersten gehindert wird, sich selbst voll und ganz zu verwirklichen.“
Pablo Miró wuchs in einer deutschstämmigen Familie in Córdoba auf. Den jüdischen Großeltern war 1937 gerade noch die Flucht nach Argentinien gelungen. 1976, nach dem Putsch durch die Militärjunta, flohen seine Eltern mit ihm über Paris nach Deutschland, wo er 1981 in Herford sein Abitur machte. Seit 1980 gewann er Erfahrungen auf der Bühne, zunächst mit der Band Canto Libre. 1981 bis 1984 folgte ein Gitarrenstudium an der Scuola di Musica di Fiesole in Florenz. 1984, nach dem Sturz der Militärdiktatur, ging er zurück in seine argentinische Heimatstadt Córdoba, wo er 1985 ein Studium der Komposition aufnahm.
Seit Mitte der 1980er Jahre ist er auf Konzerten in Lateinamerika und Deutschland unterwegs. Als innovativer Interpret und Komponist der argentinischen Nueva canción erschafft er sein Werk, dessen Ausgangspunkt in der Tradition von Atahualpa Yupanqui, Astor Piazolla, Mercedes Sosa, Victor Jara, la Nueva Trova Cubana, Violeta Parra, Chico Buarque und Milton Nascimento zu finden ist. Auf diversen Festivals, zahlreichen Tourneen in Südamerika und Europa macht er sich durch seinen virtuosen Umgang mit Gitarre und Charango, sowie der facettenreichen Stimme mit von Jazz beeinflussten Auftritten einen Namen. 2010 kehrte er nach Deutschland zurück. Ab 2018 interpretiert er mit Konstantin Wecker auf den großen Bühnen Deutschlands die spanisch-deutsche Version von Violata Parras Gracias a la Vida.
