Solidarität

Weg mit dem Auftrittsverbot in Gladbeck für Grup Yorum!

02. Juni 2016, Männe Grüß

Mit einem Brief wendet sich der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele an die Unterstützerinnen und Unterstützer des UZ-Pressefestes 2016, um zur Solidarität mit der Band Grup Yorum aufzurufen, die in Gladbeck von einem Auftrittsverbot betroffen ist und zu den Hauptacts auf dem diesjährigen UZ-Pressefest zählt. Im Folgenden der Brief im Wortlaut:

 

Liebe Freundinnen und Freunde,Genossinnen und Genossen, liebe Kulturschaffende,
 
gegen Krieg, Rassismus und Neofaschismus – das ist die Botschaft des 19. UZ-Pressefestes, das vom 1. – 3. Juli 2016 in Dortmund stattfindet. Ein besonderer Ausdruck dieses Festes des Friedens und der Solidarität ist das Großkonzert mit der türkischen Band Grup Yorum am Samstagabend.
 
Grup Yorum schafft es, mit ihrer revolutionären Musik die türkische Linke zu einen und Volksmassen zu mobilisieren. Deutlich nimmt die Gruppe Stellung gegen die reaktionäre Politik Erdogans. Immer wieder haben türkische Behörden Mitglieder der Gruppe deshalb verhaftet, eingesperrt und gefoltert. Auftritte wurden verboten.
 
In diesem Land haben Mitglieder von Grup Yorum vor allem die Angehörigen der Opfer des NSU unterstützt und gegen die Vertuschung und staatliche Verstrickung in die Morde der Neofaschisten protestiert und Aufklärung gefordert.
 
Grup Yorum braucht unsere Solidarität. Im Vorfeld des Pressefestes sind mehrere Konzerte in Deutschland geplant, darunter ein Auftritt am 18. Juni in Gladbeck unter dem Motto „Eine Stimme – Ein Herz gegen Rassismus“. Dieses Konzert, das mit bis zu 5.000 Besuchern auf dem Gelände der Alevitischen Gemeinde stattfinden sollte, soll verboten werden. „Staatsschutz“ und das  Ordnungsamt der Stadt Gladbeck haben die Alevitische Gemeinde massiv unter Druck gesetzt.
 
Es ist ein Skandal, dass sich staatliche Organe in Deutschland zum Handlanger des Erdogan Regime machen und die Unterdrückung freier Kunst und Kultur in Deutschland fortsetzen. Der schmutzige Deal zwischen Merkel und Erdogan hat viele Facetten. Dazu gehört auch, dass die deutsche Regierung ein Einreiseverbot in den Schengener Raum für die Mitglieder von Grup Yorum verhängt hat.
 
Mitglieder und Freunde von Grup Yorum protestieren nun täglich von 11 bis 17 Uhr (Freitags bis 13 Uhr) vor dem Rathaus in Gladbeck gegen das Verbot ihres Konzertes. Am Donnerstag wollen zwei Musiker in den Hungerstreik treten. In der kommenden Woche soll die Mahnwache auch musikalisch unterstützt werden.
 
Wir rufen zur Solidarität mit Grup Yorum auf. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Konzert in Gladbeck stattfinden kann.

  •  Schreibt Grup Yorum und bringt eure Solidarität zum Ausdruck: noborder.grupyorum@yandex.com
  •  Protestiert bei der Stad Gladbeck gegen das Verbot: rathaus@stadt-gladbeck.de
  •  Geht zur Mahnwache vor dem Rathaus (Willi-Brandt-Platz 2)!
  •  Organisiert Soli-Aktionen!
  •  Unterstützt die Mahnwache in Absprache mit Grup Yorum mit Auftritten oder Lesungen!


 Patrik Köbele, Vorsitzender der DKP



 Grup Yorum auf dem UZ-Pressefest