Marx als Kompass

18. Mai 2016, Melina D. (Interview)

The Movement gehören zusammen mit RedSka aus Italien zu den musikalischen Eröffnern auf dem UZ-Pressefest 2016 am Freitagabend. Die Band aus Dänemark bewegt sich musikalisch nicht nur auf den Spuren der englischen Mod-Bewegung, sondern politisch auch ohne Schnörkel in der Tradition der revolutionären Arbeiterbewegung. Die UZ sprach mit mit Lukas Sherfey von The Movement.

UZ: The Movement aus Dänemark spielen am Freitag, den 1. Juli auf dem UZ-Pressefest in Dortmund zusammen mit Redska aus Italien. Was für Musik macht ihr?

Lukas Sherfey: Wir sind eine Mod Band (Mod ist die Kurzform von Modernism) und mixen das Ganze mit Elementen des Ska und der Energie des Punks. In Deutschland treten wir auch meistens in der Punkszene auf.


UZ: Was brachte euch dazu explizit politische Musik zu machen?

Lukas Sherfey: Wir machen keine "explizit" politische Musik. Wir haben auch Liebeslieder und reine Rock'n Roll Songs, aber wir mögen es alles zu mixen. Das Politische wird gebraucht. Ich wollte eine Band mit einem coolen Stil und einer guten Botschaft! Wir folgen der Tradition vieler 60er Jahre Bands wie die frühen The Who, die Kinks usw. in der Freiheit ein großes Gut ist. Es geht darum, zu tun, was man möchte, ohne herumgeschubst zu werden. Für mich ist es das, worum es bei Rockmusik geht. Wir garnieren das noch mit ein bisschen revolutionärem Verständnis.

 

UZ: In einem eurer Lieder singt ihr "We got love, we got hope, we got Marx" (Wir haben Liebe, wir haben Hoffnung, wir haben Marx) - ist Marx unsere (einzige) Hoffnung?

Lukas Sherfey: Vielleicht nicht unsere einzige Hoffnung. Aber er machte großartige Analysen, die als Kompass genutzt werden können. Wenn ich Dinge wie den Arabischen Frühling sehe und wie traurig er endetet, dann denke ich an Marx. Es ist einfach zu rebellieren und mit Fahnen rumzulaufen, aber wenn du eine wirkliche Veränderung willst, muss sie daher kommen wo die Macht liegt. Es ist die Arbeiterklasse, die die Macht hat, das System lahmzulegen, Streik an die Tür zu schreiben, keine Befehle entgegen zunehmen usw. Aber sie muss organisiert sein, sonst verschwinden die Bewegungen so schnell wie sie gekommen sind - oder werden von den Rechten gekapert. Es ist ein Kampf auf vielen Ebenen, aber ohne Wurzeln in der Arbeiterklasse wird der Kampf fehlschlagen, dafür gibt es zu viele Beispiele.


UZ: Ihr spielt auf dem UZ-Pressefest in Dortmund, dem Fest der Deutsche Kommunistischen Partei, warum wolltet ihr dort spielen?

Lukas Sherfey: Wir spielen dort, weil wir eingeladen wurden. Wir sind "The Movement" und unterstützen Kommunisten, Anarchisten, Sozialisten, die Antifaschistische Aktion mit unserer Musik.

 

UZ: Was erwartet ihr vom Pressefest?

Lukas Sherfey: Ich weiß nicht was ich erwarten kann. Als ich ein Kind war, war das kommunistische Festival in Kopenhagen ein wirklich großes Ding. Drei Tage jeden Sommer. Im letzten Jahrzehnt waren die politischen Festivals in Dänemark ziemlich klein, selbst am 1. Mai. Aber ich hoffe, dass es in Dortmund eine großartige Erfahrung wird. Die neuen Generationen kämpfen gegen die reaktionäre Politik die wir heute erleben. Wir freuen uns sehr auf das Pressefest!