Künstlerin

Ula Richter

"Flucht" ist das Thema der Bilder, die Ula Richter in der Kunst- und Kulturhalle ausstellt. Das Hemd des Geflüchteten, das sich vom NATO Draht losreist, die Trauer, der Trotz und Überlebenswille in den Gesichtern der Flüchtlinge, den Stolz in der Haltung der Roma, die das Straßenmagazin anbietet, zeigen ihre Arbeiten.

Über sich und ihre Bilder schreibt Die Kommunistin und Antifaschistin aus Dortmund: "Die Leichtigkeit und Flüchtigkeit der Wolken, ihre heitere oder bedrohliche Gestalt, im Winde wehende schwarze und rote Fähnchen sind Beobachtungs- und Malgegenstand ebenso wie die Menschen, mit denen ich lebe oder die Dinge des täglichen Lebens, das Brot, die Rosen, der Wein … So wie mich der Protest gegen den Vietnamkrieg in den 60er und 70er Jahren politisierte, sind es die heutigen Kriege, die die eine Weltmacht USA und ihre Verbündeten für Öl und Gas, für das Besetzen der geostrategisch wichtigsten Regionen der Erde entfesseln, die mich auf die Straße, aber auch vor die Staffelei treiben. Und es sind die deutschen Verhältnisse, ihr Rassismus und Neofaschismus, die mich politisch und künstlerisch beschäftigen. Die Schönheit der Welt und ihre außerordentliche Bedrohung sind das Spannungsfeld, das mich beim Malen treibt, es sichtbar zu machen ein immer neuer Versuch."

Geboren 1939 in Göttingen, studierte Ula Richter Malerei und Grafik an der Werkkunstschule Hannover und der Hochschule für Bildende Künste, Berlin. Der Lernerfolg war begrenzt schreibt sie rückblickend: "meine Professoren Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre waren eher 'Selbstverwirklicher' als Lehrer und dem Abstrakten zugetan, die Schülerin verunsichert und bockig". Zeichnen und malen lernte sie eher beim Arbeiten für die Anatomie in Hannover, beim eigenen Naturstudium, beim Experimentieren mit Malgründen und Farben. Ursula Richter lebt und arbeitet seit 1975 in Dortmund.